Langzeit-EKG
Herzrhythmus über längere Zeit beobachten
Ein Langzeit-EKG zeichnet die elektrische Aktivität des Herzens über einen längeren Zeitraum auf – häufig über 24 Stunden, bei bestimmten Fragestellungen auch länger. Während dieser Zeit tragen Sie ein kleines Aufnahmegerät im Alltag.
Die Untersuchung kann helfen, Herzrhythmusstörungen zu erkennen, die bei einem normalen Ruhe-EKG möglicherweise nicht sichtbar sind. Das ist besonders wichtig, wenn Beschwerden nur gelegentlich auftreten.
Ein Langzeit-EKG kann sinnvoll sein bei:
- Herzstolpern oder Herzrasen
- unregelmäßigem Puls
- Schwindel oder kurzen Schwächegefühlen
- unklarer Luftnot
- Kontrolle bekannter Herzrhythmusstörungen
- Therapiekontrolle bei bestimmten Medikamenten
- Verdacht auf Vorhofflimmern oder andere Rhythmusstörungen


Langzeit-EKG mit Schlafapnoe-Screening
Hinweise auf nächtliche Atemaussetzer erkennen
Schlafbezogene Atmungsstörungen wie eine obstruktive Schlafapnoe können Herz und Kreislauf belasten. Sie treten häufig unbemerkt auf und können mit nächtlichen Sauerstoffabfällen, unruhigem Schlaf, Tagesmüdigkeit, Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen zusammenhängen.
Ein modernes Langzeit-EKG kann je nach Gerät und Auswertung zusätzliche Hinweise auf mögliche nächtliche Atemregulationsstörungen liefern. Dabei werden bestimmte Muster im Herzrhythmus und in der nächtlichen Kreislaufreaktion analysiert, die auf eine schlafbezogene Atmungsstörung hindeuten können.
Das Schlafapnoe-Screening ersetzt keine ausführliche schlafmedizinische Diagnostik. Es kann jedoch helfen, auffällige Hinweise frühzeitig zu erkennen und bei Bedarf eine weiterführende Abklärung einzuleiten.
Eine solche ergänzende Auswertung kann besonders sinnvoll sein bei:
- auffälliger Tagesmüdigkeit oder nicht erholsamem Schlaf
- lautem Schnarchen oder beobachteten Atemaussetzern
- schwer einstellbarem Bluthochdruck
- nächtlichem Herzrasen oder Herzstolpern
- Vorhofflimmern oder anderen Herzrhythmusstörungen
- eingeschränkter Belastbarkeit oder unklarer Erschöpfung
- erhöhtem Herz-Kreislauf-Risiko
Die Ergebnisse werden immer im Zusammenhang mit Ihren Beschwerden, Ihren Risikofaktoren und den übrigen kardiologischen Befunden eingeordnet. Bei auffälligen Hinweisen kann eine weiterführende Diagnostik, zum Beispiel in einem schlafmedizinischen Zentrum, sinnvoll sein.
Langzeit-Blutdruckmessung
Blutdruckwerte im Tages- und Nachtverlauf beurteilen
Bei der Langzeit-Blutdruckmessung wird der Blutdruck über einen längeren Zeitraum automatisch gemessen, meist über 24 Stunden. Dadurch entsteht ein deutlich genaueres Bild als durch einzelne Messungen in der Praxis.
Die Untersuchung zeigt, wie sich Ihr Blutdruck tagsüber, nachts, in Ruhe und unter Alltagsbedingungen verhält. Das ist besonders hilfreich, wenn unklar ist, ob tatsächlich ein behandlungsbedürftiger Bluthochdruck vorliegt oder ob die Werte nur in bestimmten Situationen erhöht sind.
Eine Langzeit-Blutdruckmessung kann sinnvoll sein bei:
- erhöhten Blutdruckwerten in der Praxis
- Verdacht auf Bluthochdruck
- schwankenden Blutdruckwerten
- Kontrolle einer bestehenden Blutdrucktherapie
- nächtlichem Bluthochdruck
- Schwindel, Kopfschmerzen oder Leistungsminderung
- erhöhtem Herz-Kreislauf-Risiko


Warum Langzeitmessungen wichtig sind
Mehr Sicherheit als eine Momentaufnahme
Viele Herz-Kreislauf-Beschwerden treten nicht dauerhaft auf. Ein Ruhe-EKG oder eine einzelne Blutdruckmessung kann daher unauffällig sein, obwohl im Alltag relevante Auffälligkeiten bestehen.
Langzeitmessungen helfen, solche Veränderungen sichtbar zu machen. Sie zeigen, ob Beschwerden mit Rhythmusstörungen zusammenhängen, ob der Blutdruck ausreichend kontrolliert ist oder ob die Therapie angepasst werden sollte.
So können wir Ihre Werte nicht isoliert betrachten, sondern im Zusammenhang mit Ihren Beschwerden, Ihrer Vorgeschichte und Ihrem persönlichen Risiko einordnen.